Jab, Jab, Jab, Right Hook von Gary Vaynerchuk

jab-jab-jab-right-hook-gary-vaynerchukGary Vaynerchuk schrieb mehr Bücher, als er las. Um genau zu sein vier. Und um noch genauer zu sein, ließ er die Bücher schreiben. Dennoch ist jedes von ihnen Gary Vee pur. Wie schon Crush it!, The Thank You Economy und später das Buch zur #Askgaryvee Show, tanzte Jab, Jab, Jab, Right Hook nicht aus der Reihe und wurde zum vierten Bestseller des Marketing- und Business-Gurus. Jab, Jab, Jab, Right Hook verpasst traditionellem Marketing ein Knockout und schickt es samt seiner Methoden ins Delirium.

 

Marketing Lektionen, die alte Knochen weinen lassen

Jab, Jab, Jab, Right Hook ist ein Lexikon für Social Media. Der Buchtitel aus dem Boxer-Jargon beschreibt das Prinzip, nach dem Gary Vaynerchuk Myriaden von Followern in seine Social-Media-Kanäle fließen ließ. Was der Immigrant, geboren in der ehemaligen Sowjetunion, auch anfasst, es verwandelt sich augenblicklich in Gold. Das Weingeschäft seines Vaters katapultierte Gary von drei Millionen auf 60 Millionen Dollar Marktwert, heute erschafft er einen Giganten in der Welt der Agenturen, Vaynermedia. All das ist möglich, auf dem Rücken von Facebook, Twitter, Instagram und Konsorten, die er zu bändigen weiß, wie kein anderer. Lediglich auf Plattformen präsent zu sein, ist töricht im 21. Jahrhundert, die richtige Herangehensweise, das Posten, Liken, Sharen, ist Schwerpunkt in Jab, Jab, Jab, Right Hook oder im Deutschen, Der Kampf um Kunden.

 

Das Buch

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Jab, Jab, Jab, Right Hook beschreibt wörtlich eine Box-Kombination von drei linken Geraden und einem Power-Punch, dem rechten Haken. Ein Prinzip, das einen potentiellen Kunden weder Gehirnzellen kosten soll, noch das Bewusstsein. Die Metapher funktioniert, da Boxer den schwächeren Jab nutzen, um die Reaktionen des Gegners zu analysieren, ihn in die beste Position zu bringen, für den desaströsen Haken – wie auch Marketer mit Argus Augen die Zielgruppe im Blick haben müssen. Jab, Jab, Jab, Right Hook steht im übertragenen Sinne für geben, geben, geben, und dann fragen. Dem Publikum auf Social Media Plattformen Content servieren, den es liebt, Honig um den Mund schmieren, ihm einen Mehrwert bieten, so groß, sie fühlen sich nahezu verpflichtet, dem rechten Haken zu erliegen – dem Aufruf zum Kaufen zu folgen.

 

Content ist Jab-würdig, besteht er aus allen sechs Zutaten des Vaynerchuk’schen Rezepts:

  1. Content ist native, passt sich nahtlos den User-Gewohnheiten der jeweiligen Plattform an.
  2. Content hält niemanden ab, vom Scrollen, vom Lesen, vom Schauen, denn Benutzer sind schneller denn je im Finden des kleinen X.
  3. Content fordert nichts von Followern. Jabs sind allein für den Konsumenten. Sie unterhalten, informieren oder beides zusammen, bedingungslos und nur fürs Publikum, für den Kunden.
  4. Content ist aktuell, orientiert sich am letzten Schrei der Popkultur, oder an den neusten Veränderungen in einer spezifischen Nische. Stellung beziehen, der Zielgruppe klar machen, dass man Trends nicht hinterherhinkt.
  5. Content ist micro. Humorvolle, inspirierende, aktuelle Events kommentierende Nuggets von Informationen.
  6. Content wird regelmäßig, in kürzesten Abständen, in den Internet-Kosmos entlassen. Immer wird die Markenidentität im Hinterkopf behalten und kein Tweet, kein Post geht an die Massen, ohne jene zu bestärken.

 

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Jab, Jab, Jab Right Hook von Gary Vaynerchuk

Auf die Gebote folgt eine präzise Analyse von Beiträgen auf zahlreichen Plattformen. Gary Vaynerchuk ist ganz der Connaisseur, wenn es um Posts geht. Jedem großen Netzwerk von Facebook bis Pinterest widmet er ein Kapitel in der Kampf um Kunden. Angeführt von allgemeinen Kniffen für erfolgreichen Content auf der jeweiligen Plattform, zerreißt er weiterführend Beiträge von Unternehmen und Celebrities in der Luft, oder spricht Lob aus – Kritik, die ist goldwert für Social-Media-Strategen.

Der Kampf um Kunden ist nicht gewonnen, wenn nur der Schlachtplan steht. Aufwand ist, was den Kunden bringt und nur mit harter Arbeit wird eine Social-Media-Agenda, der Traum von Followern und Reichweite erfolgreich. Theorie darf nicht Theorie bleiben und um es in Gary Vaynerchuks Worten zu sagen: „Ideas are shit and execution is the game.”

 

 

Und nun der Haken

Der Kampf um Kunden, Jab, Jab, Jab, Right Hook, dreht sich um soziale Medien. Um etwas, das ständigem Wandel unterliegt. Innerhalb eines Jahres krempeln sich Plattformen grundlegend um. Man werfe einen Blick auf Instagram Storys und all die Kanäle, die ein einziges neues Feature beeinflusst – nichts ist vorhersehbar. Und Gary Vaynerchuk selbst räumt den 2013 aktuell gewesenen Seiten keine lange Lebensdauer ein. Zwischen drei und fünf Jahren Relevanz habe der Kampf um Kunden. Vor vier Jahren war Vine noch hot, niemand wusste, ob Google Plus verkümmern würde, Facebook hat jedes Netzwerk in seinen Schatten gestellt und Twitter – das in Deutschland ohnehin nie explodierte, wie es das in den USA tat – steuert auf den gleichen Tod zu wie Tumblr. 2013 war schlicht eine andere Epoche.

 

Und dennoch ist der Kampf um Kunden gespickt mit Ratschlägen für eine Zeit, in der Marketing online ist. In der Fernseher Raumbeleuchtung sind und Kunden immun werden gegen Bullshit. Eine Zeit, in der soziale Medien selbst Webseiten zu verschlucken drohen. Jab, Jab, Jab, Right Hook ist ein Nachschlagwerk für denjenigen, der sich nicht an dem einen oder anderen Schimpfwort stört und wertvollste Insights eines Marketing-Gurus wünscht, der’s raus hat.

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