Der Wandel im Linkbuilding

Linkbuilding
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Ein Abriss von Link-Inflation und Linkaufbau

Was ist Linkbuilding?

Als Linkbuilding sind alle Maßnahmen bezeichnet, die darauf abzielen, die Anzahl eingehender Links zu erhöhen. Das Linkbuilding gehört in die Kategorie des OffPage SEOs. Der Linkaufbau ist so alt, wie Suchmaschinenoptimierung selbst. Ursprünglich war Googles Alleinstellungsmerkmal, dass es die Verlinkung der Webdokumente als Hauptfaktor im Algorithmus etabliert hat.  Der Grundgedanke war folgender: „Was viel verlinkt wird, wird viel empfohlen.“ Somit war die Verlinkung früher der beste Richtwert, um die Qualität von Webseiten zu bewerten. Logischerweise wurde damit viel Manipulation betrieben, weswegen die Verlinkung stetig an Bedeutung verlor. Da stellt sich die Frage: „Wie wichtig ist Linkbuilding heutzutage?“

Wie wichtig ist Linkbuilding?

Grundsätzlich kann man beobachten, dass Backlinks auch heute noch sehr wichtig sind. Die Tendenz ist jedoch fallend. Um es in eine Relation zu setzen, kann man behaupten, dass man auf Keywords mit enorm starker Konkurrenz (noch) nicht ohne Links ranken kann. Im Longtail Bereich kann man jedoch auch ohne die Linkkraft einiges erreichen. Für die sinkende Relevanz des Linkbuilding gibt es unter anderem zwei Hauptgründe.

a) Link-Inflation

Der Erste ist die künstliche Generierung der Backlinks. Wird ein Backlink künstlich gesetzt (z.B. durch Kauf, Tausch oder manuelles Setzen), ist die Verlinkung keine Empfehlung mehr. Der Grundgedanke des Rankingfaktors geht verloren. Nun ist es aber 42-mal leichter, einen Link künstlich zu setzen, als ihn zu verdienen. Dies führt zu einer Wettkampfspirale zwischen Manipulationsgeschick und der Raffinesse des Goolge-Algos. Das ist für SEOs eine schwierige Angelegenheit. Ich denke, langfristig möchten wir alle natürlich auf der richtigen Seite stehen und dem Algorithmus gefallen. Leider ist das in der Realität oft sehr schwierig. Vor allem im Kundenumgang mit saisonalen Geschäften, kurzfristigen product launches oder starker Konkurrenz kommt man in Versuchung. Viele kleinere Unternehmen haben nicht die Mittel, den Kontext oder den Wunsch nach einer Content Strategie, mit welcher man sich natürlich Links verdienen kann. Künstliche Praktiken des Linkaufbaus werden so zur Option. Dies ist risikoreich und führt in der Masse zur langfristigen Entwertung des Rankingfaktors. Die Link-Inflation entsteht durch die massenhafte Bereitstellung von billigen Links. Der Rankingfaktor kann langfristig so nur entwertet werden.

b) Empfehlungen über Social Media

Mit zahlreichen etablierten sozialen Medien gibt man einer größeren Anzahl von Menschen eine bessere Stimme. Somit sind Signale (Traffic, Links usw.) inzwischen theoretisch die besseren Empfehlungen. Die Schwelle, einen Link zu setzten, ist höher, als kurz einen Facebook Post zu veröffentlichen. Trends und Empfehlungen lassen sich also über soziale Netzwerke genauer definieren. Das ist in Verbindung mit dem „Link-Geiz“ wohl der Grund, aus welchem Social-Signals als Rankingfaktor wichtiger werden und Links an Bedeutung verlieren.

Trotz Link-Inflation und Signalen von Social Media Plattformen sind Links nach wie vor ein sehr wichtiger Faktor. Die Herausforderung liegt nur in der (ordnungsgemäßen) Beschaffung der Backlinks. Hier sollte vor allem auf Themenrelevanz und organische Generierung gesetzt werden.

Wie kommt man an Links?

Google LinkEine weitverbreitete Methode der Backlinkgenerierung ist der Linkkauf. Vermutlich hat der Großteil der Webseitenbetreiber und SEOs schon in irgendeiner Form Links gekauft und wird es auch weiterhin anstreben. Der Linkkauf ist eine sehr riskante Methode, da es in Googles Interesse ist, diesen nachhaltig und konsequent zu bekämpfen. Wenn man sich schon zum Linkkauf entschließt, sollte man auf diverse Regeln achten, welche ich an dieser Stelle nicht vertiefen möchte. Sicher ist Linkkauf nie.

Beim Linkbait legt man Köder aus, um z.B. Blogger dazu zu animieren, einen Link zu setzen. Auf diese Art findet der Linkaustausch auf natürliche Weise statt. Es besteht kein Grund zur Abmahnung seitens Google. Beim Linkbait kann man auf verschiedene Weisen vorgehen. Dazu zählen z.B. Auszeichnungen, Provokationen und Humor. Es funktioniert auch relativ gut mit Belohnungen. Allerdings könnte man argumentieren, dass Belohnungen und Preise relativ in den Tauschhandel gehen. So geht etwas des Gedankens vom Linkbait verloren und so könnten Belohnungen in andere Kategorien fallen.

Der Linktausch ist ebenfalls eine riskante Methode der Backlinkgenerierung. Direkter Linktausch sollte definitiv vermieden werden. Beim Linktausch ist es besser, wenn man über verschiedene Seiten verlinkt, die gegebenenfalls noch auf verschiedenen Servern liegen. Ein A->B->C Schema oder ein A->C, D->B Schema sind direktem Tausch vorzuziehen.

Interessant wird es beim Link-Earning. Diese Methode ist von Google unterstützt und entspricht dem klassischen Gedanken der Empfehlung. Bei dieser Methode konzentriert man sich nicht auf den Linkaufbau, sondern auf den Content. Man erstellt erstklassige Inhalte für den Leser und optimiert die Usability. Kurzum: Man unternimmt alle Maßnahmen, um dem Nutzer weiterzuhelfen, ihn zu unterhalten, oder seine „Probleme“ zu lösen. Erstellt man ausgezeichnete Inhalte, sind sie der Verlinkung würdig. In der Theorie wird man damit automatisch verlinkt, weil einen Besucher weiterempfehlen (z.B. als Quelle). Man verdient sich die Backlinks. Dem steht leider der klassische Link-Geiz entgegen. Wenn sich z.B. Blogger seit Jahren für Links bezahlen lassen, muss der Content schon ziemlich gut sein, um gratis verlinkt zu werden.

Wie geht man richtig mit Linkjuice um? (Wichtig!)

Der Linkjuice ist die durch Backlinks erzeugte, abstrakte Stärke, über die eine Website verfügt. Dieser Linksaft fließt über eingehende Links auf/durch die Website. Es ist wichtig zu wissen, dass Linkjuice genauso über interne Links weitergeleitet wird, wie über externe Links. Es ist also nicht unbedingt nötig, dass jedes Webdokument über externe Links verfügt. Es genügt, wenn starke Links auf ein paar URLs zeigen. Mit der internen Verlinkung kann man den Linkjuice einfach weiterleiten. Produktseiten oder anderer kommerzieller Content wird nur sehr schwierig organisch verlinkt. Integriert man z.B. einen interessanten Blog in den Online Shop oder die Nischenseite, kann man Links ködern. Mit der internen Verlinkung wird kommerziellen Seiten genügend Linkkraft zur Verfügung gestellt.

Fazit

Da Backlinks zurzeit noch ein sehr wichtiger Bestandteil des Rankings sind, sollte man sich definitiv Gedanken um den Linkaufbau machen. Auch ist es relativ klar, dass langfristig nur das Link-Earning sicher und erfolgreich sein wird. Grundsätzlich gilt, wer den User glücklich macht, macht auch Google glücklich und wird verlinkt. Nebenbei sind Links schließlich auch noch nette Traffic Quellen.

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